24.07.13

Elternbeiräte meinen: "100% Schule braucht 80% Förderung"

Die finanzielle Förderung ihrer Schulen durch das Land soll ohne Einschränkung auf 80% der Kosten eines Schülers an einer staatlichen Schule angehoben werden. Dafür setzten Elternbeiräte der Stuttgarter Schulen in freier Trägerschaft sich in einem Gespräch mit Landtagsabgeordneten am 22. Juli ein.

Noch direkt vor der Veranstaltung im Festsaal des Mörike hatte Sonja Spohn, Schulleiterin und Vorsitzende des Evangelischen Schulbunds in Südwestdeutschland, mit Kultusminister Stoch und Staatssekretärin von Wartenberg über die Einschränkungen, die die Landesregierung seit dem Herbst 2012 ins Auge fasst, verhandelt. Sie konnte von einer Annäherung der Positionen berichten. Die  Landtagsabgeordneten Muhterem Aras (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN) und Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD) betonten, dass die Finanzierungsreform den Bestand der kirchlichen Schulen nicht gefährden solle.

Anschließend kamen unter der Moderation von Wolfgang Berger, dem Elternbeiratsvorsitzenden am Mörike, noch andere bildungspolitische Themen zur Sprache. So ging es um befristete Verträge für junge Aushilfslehrkräfte. Mehrfach hätte ihr Vertrag direkt vor den Ferien geendet und ein Anschlussvertrag erst nach den Ferien wieder begonnen, berichtete eine Lehrerin. Fulst-Blei will sich dafür einsetzen, dass Angestellte des Landes hier behandelt werden wie befristete Angestellte in Unternehmen.

Abschließend wies Sonja Spohn darauf hin, dass das MÖRIKE seit 15 Jahren guten Erfahrungen mit einer "Gemeinsamen Schulrunde" macht, in der Lehrkräfte, Eltern und Schüler/innen paritätisch vertreten sind. "Auf diese Erfahrungen", so Spohn, "kann die Regierung gern zurückgreifen", wenn sie – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – "Demokratie durch mehr Rechte für die Schülerinnen und Schüler direkt erfahrbar" macht.