04.03.16

... die aktuelle Situation in den Horizont der Nachfolge gestellt

Unter dem Motto "Profil und Innovation - gestern, heute und morgen" feierte die Evangelische Schulstiftung Stuttgart am 3. März 2016 "175 Jahre Evangelische Schulen in Stuttgart" mit einem Festgottesdienst in der Stiftskirche und einem Festlichen Abend im Hospitalhof.

Mit drei Sätzen aus John Rutters „Magnificat“ rissen Chor und Orchester des MÖRIKE unter der Leitung von Gerd Budday die Gemeinde buchstäblich zu Beifallstürmen – im Gottesdienst! – hin. Schuldekan Hans-Peter Krüger, Vorsitzender der Schulstiftung, hielt als Liturg die Beiträge der Schüler/innen und der Schulleitungen zusammen. Stadtdekan Schwesig predigte über die Begegnung des Apostels Philippus mit dem Kämmerer aus Äthiopien. Er stellte fest, wie wichtig das Verstehen auch im Glauben ist („Verstehst du auch, was du liest?“). Während der "Finanzminister" - so wie viele heute - Gott suchte, hätte Gott ihn - so Schwesig - in der Person des Apostels schon gefunden (mehr hier).

Anschließend überbrachte Staatssekretärin Marion von Wartenberg die Grüße des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport. Sie dankte allen Beteiligten, dass der schöne Gottesdienst die schwierige aktuelle Situation in den Horizont der Nachfolge Jesu gestellt habe.

Der Chor und die Streichergruppe der Johannes Brenz Schule eröffneten den Festlichen Abend im Hospitalhof. Im weiteren Verlauf spielte die Big Band des Evangelischen Heidehof-Gymnasiums. Durch den Abend führte Sonja Spohn, Schulleiterin des MÖRIKE.

Die Stadt Stuttgart, so stellte Oberbürgermeister Fritz Kuhn im Grußwort fest, zahlt freiwillige Zuschüsse an die Privatschulen, weil sie deren Bedeutung als "Hefeteig" in der Schullandschaft schätzt. Weiter wies er auf die tiefgründigen, geradezu subversiven Aspekte im Werk des Eduard Mörike hin. Vor allem den Roman "Maler Nolten" legte er den Schüler/inne/n der Schule, die den Namen des Autors trägt, ans Herz.

Eckart Geier, Geschäftsführer des Evangelischen Schulwerks in Baden und Württemberg, gratulierte im Namen der Landeskirche. Unter einem Beifall, der Wiedererkennen ausdrückte, zählte er auf, mit welch vielfältigen Erwartungen die Schulen und die Lehrkräfte konfrontiert sind. Dagegen hätten die Eltern, die das Töchterinstitut gründeten, einfach gefragt: Welche Bildung brauchen unsere Kinder?

Die Note 1 würde er dem MÖRIKE geben, ließ Stephan Bruckmeier in der Gesprächsrunde Moderator Wolfgang Heim wissen. Bruckmeier kennt die Schule als Vater eines ehemaligen Schülers und als Initiator des "Hope Theatre Nairobi", das regelmäßig in der Arminstraße gastiert. Außer ihm sprachen auch die Ehemaligen Nena Wunder und Lukas Smirek, der Abiturient Achim Großmann und die ehemalige Lehrerin Cornelia Götz über die prägenden Erfahrungen, die sie den evangelischen Schulen in Stuttgart verdanken.

Dann eröffnete Schuldekan Krüger das Buffet, und die Gäste nutzten die Zeit zum Austausch und zum Kauf der Festschrift zum Jubiläum, die als Ausgabe 44 des TURMHAHN erschienen ist.

Hintergrund des Jubiläums ist die Errichtung einer "Privat-Lehranstalt für Töchter" durch einige Stuttgarter Familien im Frühjahr 1841; über die Jahre wurde daraus das MÖRIKE. (mehr)